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„Die Aktion ist sehr wichtig für Stuttgart“

Die crossmediale Initiative „Kauf vor Ort“ von Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Wochenblatt ist ein Erfolgsmodell.

Ob im Café, in der Bahn oder im Wartezimmer beim Arzt – online einzukaufen, ist dank mobilem Internet inzwischen fast überall möglich. Und immer mehr Menschen nutzen diese Möglichkeit. Während 2011 laut einer Umfrage des Unternehmens Boniversum nur 23 Prozent der Smartphone- und Tabletnutzer mit ihrem mobilen Gerät online Dinge bestellten, waren es 2016 bereits 69 Prozent. Diese Entwicklung macht vielen lokalen Einzelhändlern und Unternehmen das Leben schwer. Inzwischen begreifen viele von ihnen das Internet auch als Chance.

An diesem Punkt setzt die Aktion „Kauf vor Ort. Weil deine Stadt alles hat“ von Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Wochenblatt an. Sie soll Kunden in die Stadt locken und diese ermutigen, die lokalen Handels- und Handwerksbetriebe gezielt zu unterstützen. Dazu präsentieren sich seit einem Jahr teilnehmende Firmen in einer Reihe von Anzeigen in den Tageszeitungen und im Wochenblatt. Des Weiteren wird in Zeitungsartikeln und Sonderbeilagen über sie berichtet und es gibt Plakate und Aufkleber. Online ist die Aktion durch die Website www.kauf-vor-ort-stuttgart.de und auf Facebook präsent. Dort informiert sich auch die Gemeinschaft „Aktive Stuttgarter“ über die Initiative. Diese besteht aus Vereinen für Handel, Handwerk, Dienstleistungen und freien Berufen. „Wir begrüßen die Aktion“, sagt Geschäftsführer Gregor Schwarz. „Für viele Gewerbetreibende geht es ums Überleben – obwohl sie viel zu bieten haben. Wir hoffen, dass ,Kauf vor Ort‘ Kunden darauf aufmerksam macht.“ Das verspricht sich auch Torsten von Appen, Stadtteilmanager der Stadt Stuttgart: „Sie appelliert an das Bewusstsein der Kunden und stellt meist inhabergeführte Geschäfte vor, die fußläufig zu erreichen sind.“ Somit ergänzt die Aktion Maßnahmen und Projekte der Wirtschaftsförderung. Es dürfte in der Innenstadt nicht nur Konzerne geben, so von Appen. „Die Aktion ist sehr wichtig für Stuttgart.“

Aber wie kommt „Kauf vor Ort“ bisher bei teilnehmenden Firmen an? „Für uns ist die Initiative eine tolle Werbung“, sagt Sandra Alber vom Malerbetrieb Achim Alber. „Wir hoffen, dadurch viele private Kunden anzulocken.“ Ähnlich sieht das Joachim Knoll aus der Geschäftsleitung von Knoll Sitzmöbel. Obwohl der Hersteller von handwerklich hochwertig gefertigten Polster­möbeln eine Website hat, glaubt Knoll, dass „eine Entscheidung für ein Möbel nur vor Ort getroffen werden kann“. Wichtig seien neben dem Aussehen auch die Haptik – also das Material anfassen zu können – oder der Geruch, sagt Knoll. So wie Knoll Sitzmöbel haben die meisten Händler in der Region einen repräsentativen Online-Auftritt, der die Produkte zeigt und zusätzliche Informationen bietet. Laut einer Umfrage des Handelsverbands Baden-Württemberg zählt die Digitalisierung weiterhin zu den zentralen Herausforderungen des Handels. Bis 2020 könnte der Anteil des Online-Handels am deutschen Einzelhandel von heute etwa neun auf 20 Prozent wachsen, schreibt der Verband. „Gerade alteingesessene Händler und Betriebe haben teilweise noch große Vorbehalte gegen diese Veränderungen“, so Gregor Schwarz von der Gemeinschaft „Aktive Stuttgarter“. „Ich glaube, dass der lokale Handel heutzutage digital vertreten sein muss.“

Ein digitales Angebot ist das eine, persönliche Gespräche sind das andere. Bei Veranstaltungen, beispielsweise dem „Vaihinger Frühling“ vor wenigen Tagen, sind lokale Gewerbetreibende und Händler vertreten – und nutzen die beiden Tage als Instrument für direkten Kundenkontakt. Wir haben uns vor Ort umgehört – und Aussagen gesammelt. Was die Befragten sagen, steht stellvertretend für viele Vorteile des Einkaufs vor Ort.

Das weiß auch Gregor Schwarz. „Den persönlichen Kontakt und eine gute Beratung kann das Internet nicht ersetzen. Ganz zu schweigen davon, dass die kurzen Wege gut für die Umwelt sind und die Arbeitsbedingungen für die Angestellten im Einzelhandel oft besser sind als bei Logistikzentren und Paketdiensten.“ Viele Stuttgarter möchten deshalb gezielt den lokalen Handel und das Handwerk stärken. So wie Andrea Rühli, die in der Landeshauptstadt wohnt: „Beim Shopping vor Ort weiß ich genau, was ich bekomme.“

Hannah Vogel



Aktuell


„Tolle Werbung“

Die crossmediale Initiative „Kauf vor Ort“ stärkt den lokalen Handel und das Handwerk.»

„Die Aktion ist sehr wichtig für Stuttgart“

Die crossmediale Initiative „Kauf vor Ort“ von Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Wochenblatt ist ein Erfolgsmodell. »





„Die Resonanz ist durchweg positiv“

Herbert Dachs, Geschäftsführer der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, erläutert im Interview, warum die Zeitungen die Unternehmen in der Region Stuttgart unterstützen und wie die Initiative bei Einzelhändlern und Kunden ankommt. »


So nah, so gut: lokaler Einzelhandel

Nur einen Mausklick entfernt wartet im World Wide Web ein unüberblickbares Warenangebot. Eine Versuchung, die vielen lokalen Einzelhändlern und Unternehmen das Leben schwer macht. Inzwischen begreifen viele von ihnen das Internet aber auch als Chance.»



Emotionales Einkaufserlebnis

Selbst starke Online-Nutzer geben noch bis zu 80 Prozent des Umsatzes offline aus – also im Laden vor Ort.

Der Mausklick mag bequem sein, doch Innovation, Inszenierung, Emotion und Wohlfühlfaktor könnten der Schlüssel sein. Hier ist der stationäre Handel stark.»

„Eine fantastische Einkaufsstadt“

Handel ist Wandel – wohl selten zuvor beschrieb diese Weisheit die Situation des Einzelhandels treffender. Die Branche steht vor den größten Herausforderungen seit Jahrzehnten. Tiefgreifende Veränderungen im Einkaufsverhalten fordern die ortsansässigen Händler heraus.»


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